Deutsches Museum - Schifffahrt

Panzerkreuzer "Aurora"

Ab 29. Juni 2022 geschlossene Ausstellung

Ab 29. Juni 2022 ist der Bereich "Schifffahrt" geschlossen und es wird die zweite Hälfte des Deutschen Museums saniert. Am Anfang steht das Säubern der Exponate.

Ewer Maria

Ewer Maria

Säubern eines Exponats

Leere Vitrinen

Der Abbau der Ausstellung hat bereits begonnen. Exponate werden gereinigt und eingelagert, denn es wird die zweite Hälfte des Deutschen Museums saniert. Die Modernisierung des Gebäudes soll 2028, zum 125. Jubiläum der Museumsgründung, abgeschlossen sein.

Ägyptisches Seeschiff

Ägyptisches Seeschiff

Griechische Triere

Galeere

Römisches Frachtschiff

Hanse Kogge

Normannisches Nef

Hjortspringboot

Reinigen der Exponate

Santa Maria

Portugiesische Karavelle (um 1450)

Pinaßschiff

Holländische Fleute

Fregatte

Brigantine

"Clermont"

Mit Dampf angetriebener Paddelantrieb.  

"Savannah"

Viermastbark "Herzogin Cecilie"

Mit Geduld und Fingerspitzengefühl.

Die Reinigung von Exponaten ist immer eine Sache, die Gedult verlangt. Gerade bei sehr kleinen oder aufwendig gestaltetend Modellen wie bei dem Viermasterbark "Herzogin Cecilie" darf kein Modell-Tau reißen und kein Matrose von Bord gefegt werden. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt!

Fünfmast-Vollschiff "Preußen"

Korvette Moltke

Dampfer "Frisia"

Kreuzfahrschiff AIDAsol

Schnelldampfer "Kaiser Wilhelm II"

Turbinenschnelldampfer "Europa"

Binsenboot

Binsenboot

Schnelldampfer "Kaiser Wilhelm II"

Dampfbarkasse "Natalie"

Dampfschlepper "Renzo"

Dampfschlepper "Renzo"

Fertigstellung Bauwerft Lucchese, Venedig, 1931Ein Schlepper zieht oder manövriert andere Schiffe. Der Aufbau des "Renzo" ist typisch für dampfbetriebene Schraubenschlepper, wie sie etwas von 1870 bis 1950 gebaut wurden. Kessel und Dampfmaschine befinden sich in der Schiffsmitte, der Rumpf ist um den Maschinenraum "herumgebaut".  Vor Maschinenraum und Ölbunker liegt der Unterkunftsraum, oben auf Deck das Steuerhaus. Hinder dem Schornstein, etwa in Schiffsmitte, befindet sich der Schlepphaken zum besseren Manövieren der geschleppten Lastkähne. Wegen der Schepptrosse sind hinter dem Haken keine Aufbauten. Um Brücken passieren zu können, war der Schornstein umlegbar. "Renzo" war für Trnasporte von Lastkähnen eingesetzt. Er verkehrte zwischen Venedig, dem Kanalsystem der gaune und Fabriken entlang des oberitalienischen Flusses Po, die er bis nach Ostiglia belieferte. 1975 wurde "Renzo" in Pellestrina aufgelegt, der geplante Umbau auf Dieselantrieb nicht mehr ausgeführt, 1985 kam er in das Deutsche Museum.Länge: 19,5 m | Breite: 4,5 m | Tiefgang: 1,3 m (0,05 m) Verdrängung: 50t Baustoff: Stahl Besatzung 3, aus Kostengründen später nur 2 Mann.

Dampfschlepper "Renzo"

Dampfschlepper "Renzo"

Der aufgeschnittene Kessel und die Maschine beim Aufbau des "Renzo" in der Halle.

Segel- und Dampfschiff im Vergleich

Winden und Hilfseinrichtungen an Bord

Zaruk

Moliceiro

Tonkrugfloß

Baumfloß

Turm des U-Boots U1

"Tauchboot"

Die ersten U-Boote waren eher "Tauchboote" und nicht für längere Unterwasserfahrten eingerichtet. Das Photo zeigt "U1" mit zwei aufgerichteten Lüftern.

Birkenrindenkanu

Wanderkanadier

Einbaumfragment

Donga

Paopao - Auslegerpaddelboot

Baumfloß

Auslegerboot

Ausleger-Segelboot

Ausleger-Segelboot

Eskimo Kajak

Faltboot Klepper Alu-Lite

Wildwasser Kajak Salto

Gondel (Venedig)

Die Gondel ist heute eines der letzten Fahrzeuge in Europa, die für Fährdienste und den Fremdenverkehr ganz von Hand betrieben wird.

Oruwa Ausleger-Segelboot

Lotsenschoner "Peter"

Holländische Yacht

Fischereischoner "Benjamin W. Latham"

Gereinigte und etikettierte Exponate

20 m² Rennjolle

Tornado

470er

Soling

Rheinschiff "Gutenberg"

Fahrgastdampfer MS "Berlin"

Raddampfer Luipold

Fahrgastdampfer "Augsburg"

Raddampfer Prinzessin Charlotte

Hoher Göll

Flusskreuzfahrtschiff "Premicon Queen"

Motorgüterschiff vom Typ "Gustav Koenigs"

Wohnräume eines Motorschiffs

Schubverband "Hanseat" mit Schubleichter SL30

Gütermotorschiff "Bayern"

Motortankschiff "König Ludwig III"

Schleppkahn

Stück einer Schleppkette

Seitenrad Schleppdampfer vom Rhein

Eisbrecher "Gardenga"

Eisbrecher und Schlepper "Widder"

Dieselschlepper "Rosenblumendelle"

Kettenschleppdampfer vom Neckar

Fallkraxe

Ulmer Platte

Lash Schiff "München"

Baco Liner

Schubboot Gertges I

Fracht und Kühl- Motorschiff "Cap san Marco"

Fracht- und Passagierschiff "Bayernstein"

Fracht- und Passagierschiff "Pretonia"

Motortanker "Franz Klasen"

Tankdampfer "Glückauf"

Gas- und Proukten-Tanker "Donau"

Motorschiff "Ginnheim"

Massengutschiff "Primula"

Massengutfrachter MS "Singer"

Erz-Öl-Turbinenschiff "Elisabeth Entz"

Pilzanker des Feuerschiffs Bremen

Martin Anker

Stockanker - Admiralitätsanker

Stockanker

Einarmiger Holzanker

Pfahl-Ewer

Schokker

Traditionelle Fischerboote

Buttjolle

Femböring

Fischer Einbaum vom Starnberger See

Galway Hooker

Barquette Marseillaise

Bote da Tartaranha

Walfangdampfer "Olympic Fighter"

Amerikanisches Walfangboot um 1870

Wirbelknochen eines Wales

Walfänger "Charles W. Morgan"

Dory

Fangfabrikschiff "Bremen"

Fischereischutzboot "Meerkatze"

Forschungsschiff "Calypso"

Brennstoffzelle "No. 4.2-11"

Fischerei-Schoner um 1900

Hochseefischdampfer "Stadt Herne"

Hochseefischdampfer "Stadt Herne"

Besan-Ewer

Scherbrett-Schleppnetz

Motor-Heringslogger "Bürgermeister Dieckmann"

Fischdampfer "Bismark"

Fischkutter 19. Jhd.

Kleiner Kreuzer "Dresden"

Schwerer Kreuzer "Admiral Hipper"

Galeaßlomme

Panzerschiff "Deutschland"

Panzerschiff "Deutschland"

Marine Scheinwerfer

Leichter Kreuzer "Emden"

Leichter Kreuzer "Königsberg"

Torpedoboote

Torpedoboot V6

Torpedoboot S138

Motor-Topedoschnellboot Typ LM 7-10

Schnellboot S1

Schnellboot S7 - S13

Schnellboot Typ S38/S100

Schnellboot "Greif", Typ Jaguar

Schnellboot Klasse 143 "S61 bis S70"

Zerstörer Z I "Leberecht Maas"

Französisches 74-Kanonenboot

Linienschiff "Braunschweig"

Schlachtschiff "Bismark"

Linienschiff "Markgraf"

Panzerplatten mit Probeschüssen

Englisches Kanonenschiff von 1775

Leicht bewaffnetes Kriegsschiff "Atalanta"

Kutter

Brigg-Sloop "Grashopper"

40 Kanonen Fregatte

Sloop der Speedwellklasse

Schulschiff Prinzess Eitel Friedrich

Gefion

Victory

Spanische Schebecke

La Salamandre

Friedrich Wilhelm zu Pferde

Adler von Lübeck

Arabische Dau

Kogge, 14. Jhd.

Peter von Danzig

Hanse Kogge, 14. - 16- Jhd.

Batteriedeck um 1700

Topedo G7a

Topedo G7

Torpedo Ausstoßkanone

Torpedo C/77

U-Boot Klasse 209

Unterseeboot "Nautilus"

Tauchboot "Brandtaucher"

U-Boot des John P. Holland

Klein-Knterseeboot; Typ Seehund

U-Boot U1

Im Zwischendeck eines Auswanderer-Segelschiffes

Mannschaftskammer desFrachtmotorschiffes "Catharina Oldendorff"

Passagier-Kabine

Ausschnitt aus einem Promenadendeck 1. Klasse

Hapag Weltreiseschiff "Resolute"

Steuerhaus der TS "Adolph Woermann"

Signalflaggen

Die Kommandobrücke

Titanic

Schnittmodell eines Turbinentankers

Heckrad-Dampfer für tropische Flüsse

Schaufelrad mit beweglichen Schaufeln

Mittelrad Dampfer "Charlotte Dundas"

Dreifach-Expansionsmaschine eines Seitenrad-Dampfers

Maschinenanlage des Raddampfers "Maximilian"

Dampfkessel der Maschinenanlage

Turbinenanlage des Tankers "Caroline Oetker"

Kernenergiegetriebener Frachter "Otto Hahn"

Rennboot mit Außenbordmotor

Motoren

Wasserlinien Halbmodell

Propeller eines Frachtschiffes

Strömungskanal

Tragflügelboot PT 20

Luftkissenfahrzeug SR N2 Mk2

Funkergeräte

Rettungskreuzer "Fritz Behrens"

Helgoländer Segelrettungsboot

Ruderrettungsboot

Strand Motorrettungsboot "John Köster"

Motorrettungsbot "August Nebelthau"

Seenotrettungskreuzer "Theodor Heuss"

Rotor-Rettungsschiff

Bounty 1784

Victory 1795

Sir Winston Churchill, 1966

Potosi, 1895

Kompasshaus 1910

Fluidkompass M 17, Carl Bamberg, 1919

Fluidkompass M 628, Carl Bamberg, Berlin

Großer Fluidkompass M 66 mit elektronischer Übertragung der Anzeige

Bootkompass mit Kompasshaus und Beleuchtung für kleinere Fahrzeuge

Peilscheibe, Carl Bamberg

Peilaufsatz von Carl Bamberg, 1914/18

Gewöhnliche Peilscheibe

Prismenkreuz von Bauernfeind

Peilscheibe für Abstandsbestimmungen

Azimutspiegel

Azimutspiegel

Peilaufsatz zum Aufsetzen auf Magnetkompass

Schlepplog von T. Walker

Decklog (Taffrail-Log), T. Walker "Cherub"

Deckslog nach Edw. Messey

Decklog C. Plath

Schlepplog Modell 1888

Patentloggen

Staudruck - Fahrtmessanlage

Kreiselkompass

Schiffschronometer

Schiffschronometer der Chronometerwerke Hamburg

Schiffschronometer von Christian Friedrich Tiede

Sextant mit künstlichem Horn

Oktant

Lote

Schiffsformen

Hosen-Boje zur Rettung Schiffbrüchiger

genietetes Festmacherboot

Stahlschiffwerft

Maschine zum Ausstoßen der Scheibenöffnungen

Fischewer Maria

Hobel

Plankenbauweise

Plankenbauweise

Geklinkertes Boot im Bau

Querschnitt eines Stückgutfrachters

Querschnitt eines Stückgutfrachters

Querschnitt der "Great Eastern"

Tanker

Tanker

Sägen

Bohrer

Äxte und Beile

Seitenraddampfer "Bohemia"

Das U-Boot "Geo" ist das ersten bemannten deutschen Forschungs-U-Bootes. Es wurde überwiegend für meeresbiologische Forschungen eingesetzt.

Forschungslabor der "Challanger"

Tiefseethermometer

Reisekamera

Hartnack Mikroskop

Swift-Binokular Mikroskop

Forschungsschiff "Gauss"

Tauchkugel des Bathyscaphen Trieste von Auguste und Jacques Piccard

Modelle um Festigkeit und Dichtheit zu erproben

Gewicht in der Tiefe

Frontfenster der JAGO

Tauchroboter "Marum Quest"

Erster Steuercontainer des Tauchroboters "Marum Quest"

Forschungsschiff "Meteor"

Autonomes Wasserfahrzeug ABYSS

Schlauchloses Tauchgerät

Tauchgerät mit freier Helmatmung

Die Bergung eines U-Bootes

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Fisch-Ewer "HF 31 Maria"

Die "Maria" ist eines der letzten erhaltenen Ewer.
Schon 1882 kam der Seefischer A. Bahde mit zwei Söhnen beim Untergang der "Maria" in der Elbmündung ums Leben. Sie wurde gehoben und wechselte danach mehrfach den Besitzer. Der Einsatz von Fischdampfern führte zur Überfischung der Nordsee, die Erträge sanken. Erst nach 25 Jahren konnte die letzte Baurate bezahlt werden.

Fischer-Ewer "Maria" HF 31

Bauwerft H. Sietas, Cranz, 1880
Erster Eigner: J. Bahde, Hamburg-Finkenwerder

Drei Mann (Schiffer, Knecht und ein Junge) gingen mit dem Fischer-Ewer auf Fangreise in die Nordsee. Sie fischten Schollen und Seezungen.
Überfischung zwang nach 1880 zur gefährlichen Winterfischerei.
Der zweite Besitzer der "Maria" verlor zwei Mann, als sie im Sturm eine Sturzsee über Bord riß.
Von 1905 bis 1950 betrieben zwei Fischer, H. Winter und W. Meyer, den Ewer gemeinsam in "Mackerschaft".
1924 erhielt der Ewer einen Glühkopfmotor von 22 kW (30 PS) als Zusantzantrieb bei Flaute oder Gegenwind.
1957 erfolgte die Restaurierung in den ursprünglichen Zustand und der Transport in das Deutsche Museum.

Länge: 19,2 m | Breite: 5,96 m | Tiefgang: ca. 1,8 m
Inv. Nr. 73 621

Urkunde

der Registrierung der "Maria" im Schiffsregister zu Hamburg.

Die Bünn - eine Besonderheit der Fischer-Ewer

Um den Fang während der Reise frisch zu erhalten wurden die Fische lebend in der "Bünn" aufbewahrt. Die Bünn war ein Raum in Schffsmitt, der durch Löcher in der Schisswand mit frischem Seewasser versorgt wurde. Im Schiffsinneren war die Bünn wasserdicht und nur über einen Schacht zu erreichen, den "Bünnschornstein".
Bei starkem Seegang litten auch die Fische in der Bünn, da ihre empfindliche Haut an den Wänden scheuerte.

Ewer

Ewer waren die verbreitesten Segler der Niederelbe. Um 1900 gab es dort allein 1100 Frachtsegler.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde in der Fischeri das Schleppnetz eingeführt und damit eine größere Zugkraft der Schiffe notwendig. Ein Gaffelsegel ersetzte nun das Rahsegel des Pfahlewers, die Segelfläch insgesamt wurde vergrößert. Etwa um 1850 erhielten die Ewer einen zweiten Mast; damit ließ sich das Schiff mit Schleppnetz besser steuern.
Der Boden der Ewer war flach - wegen der seichten Fahrwasser mit Ebbe und Flut und um auch im Watt aufliegen zu können. Um dennoch gut segeln und kreuzen zu können, erhielten die Ewer absenkbare Seitenschwerter, oder siet etwa 1880 einen Balkenkiel - wie die "Maria".

U-Boot U1

Die Deutsche Marine begann später als die anderen Länder mit dem bau von U-Booten. Bereits 1904 hatte die zum Krupp-Konzern gehörende Germania Werft in Eigeninitiative U-Boote entwickelt und drei für Rußland gebaut. Erst deren Funktionsfähigkeit bewog die deutsche Marine, ebenfalls ein U-Boot in Auftrag zu geben.
U-1 war in erster Linie als Versuchsboot gedacht, um die Technik des U-Boot-betriebs zu erproben. Eine Fahrt bei Sturm um die Halbinsel Jütland 1907 überzeugte die Marineleitung von der Einsatzfähigkeit der U-Boote.
Im Ersten Weltkrieg fand U-1 als Schulungsboot Verwendung. 1919 mußte es wie alle anderen deutsche U-Boote zerstören oder ausgeliefert werden. Der Gründer des Deutschen Museums, Oskar von Miller, erreichte die Aufstellung des U-Bootes im Deutschen Museum.

Länge: 42,4 m
Breite; 3,75 m
 

Ausschnitt aus einem Promenadendeck 1. Klasse

Bild: Auf dem Promenadendeck eines Transatlantik-Liners um 1929

Eiswarnung der "Amerika" an die "Titanic"

Hilferuf der Titanic

Der Funker der Titanic verwendete zum ersten Mal den seit 1908 eingeführten Hilferuf "S O S".
"c p d" bedeutet: an alle, von:
"m g y" waren die Rufzeichen der Titanic

Mehrere Schiffe und eine Landstation hörten den Hilferuf, das Funkgerät des nächsten Schiffes war jedoch nicht besetzt. Seit 1912 muss jedes Passagierschiff eine Funkanlage haben, die Tag und Nacht besetzt ist.

Sicherheitsvorkehrungen können versagen

Bei der Titanic waren Sicherheitseinrichtungen Schotten und Rettungsboote voneinander abhängig gemacht: Weil Schotten existierten, das Schiff also "unsinkbar" schien, wurden nur wenige Rettungsboote mitgenommen. Auch der Funk als dritte Sicherheitseinrichtung war unzureichend, da Notrufe noch nicht ununterbrochen empfangen wurden.

Der Hintergrund der Woermann-Brücke

Die Woermann-Linie AG, zu deren Flotten der Turbinendampfer "Adolph Woermann" gehörte, ist ein Kind des deutschen Kolonialismus. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das in der Ausstellung noch offensichtlich: Auf dem Hintergrundgemälde war damals nicht der Hamburger Hafen, sondern die Bucht von Victoria (heute Limbe) in Kamerun zu sehen. Kamerun hatte 1884 - 1916 zu den deutschen Kolonien in Afrika gehört. Der Großteil des Güter- und Personenverkehrs zwischen dem Deutschen Reich und seinen afrikanischen "Schutzgebieten" wurde von der Woermann-Linie abgewickelt.

Abbildung: Das Steuerhaus der "Adolph Woermann" - zustand vor dem Zweiten Weltkrieg mit dem originalen Hintergrundgemälde von Richard Fischer (1944 durch Fliegerbombe zerstört)
Der Gründer der Linie, Adolph Woermann (1847 - 1911), hatte an der Kamerunküste schon vorher eine Reihe von Handelsniederlassungen aufgebaut und mit dem Verkauf von Branntwein, Waffen und industriellen Billigwaren im Tausch gegen Elfenbein, Kautschuk und andere Kolonialrohstoffe ein Vermögen gemacht. Mit geschickter Lobbyarbeit trug Woermann mßgeblich dazu bei, Reichskanzler Bismarck, der deutsche Kolonie lange abgelehnt hatte, 1884 umzustimmen.

Bild: Woermann-Faktorei in Kamerun, um 1875
Zwischen 1904 und 1906 übernahm Woermann den Schiffstransport der deutschen Truppen zur Niederschlagung des Herero- und Nama-Aufstands in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) - ein Kolonialkrieg, der heute als Völkermord bewertet wird. Die Kapazität der Woermann-Linie verdoppelte sich in dieser Zeit. Am Ende hatte es Adolph Woermann, der von 1907 bis zu seinem Tod auch Mitglied im Verwaltungsausschuss des Deutschen Museums war, zum größten deutschen Westafrikakaufmann und zu einer der größten Privatreedereien der Welt gebracht.

Foto: Transport der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika 1904. Abfahrt des Dampfers "Alexandra Woermann" von Hamburg nach dem Kriegsschauplatz. (Originaltitel)
Quelle: Bundesarchiv Bild 146-200B-0181 / Franz Spenker
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